Sperrung für Radfahrer (Runde 3)

Dies ist mittlerweile mein dritter Beitrag zum Thema „Sperrung des Rheinufertunnels für Radfahrer“ (die beiden ersten Beiträge gibt es hier und hier).

Bei der Straßenverkehrsbehörde beiße ich beim Thema auf Granit. Anderen Radfahrern geht es aber leider auch nicht besser. Auch mein zweiter Versuch, die Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde zum Umdenken zu bewegen, hat trotz guter Argumente (zumindest aus meiner Sicht) nichts bewirkt. Na gut, nehmen wir es sportlich, … nächste Runde…

Mittlerweile wurde die Beschilderung dahingehend optimiert, dass die Radfahrer die Zufahrt zur Rheinuferpromenade nicht verpassen können. Ich möchte nochmals betonen, dass ich natürlich nicht alle Radfahrer in den Rheinufertunnel lotsen will. Die meisten Radfahrer sind mit der aktuellen Situation vollkommen zufrieden. Ich persönlich möchte nur nicht gezwungen werden, auf einem Gehweg zu radeln, weil dies angeblich Sicherheitsvorteile bietet. Kein Wunder, dass viele Radfahrer Gehwege für sicherer halten, wenn die Stadt ihnen dies so wunderbar vor Augen führt.

An anderer Stelle kassiert die Polizei bei Radfahrern ab. Deren Vergehen: „Radfahren auf dem Gehweg – Viel zu gefährlich…“.

Das Amt für Straßen und Verkehrstechnik begründet das Verbot immer noch mit fehlendem Ausweichraum für Radfahrer im Tunnel. Da es auf der gesamten Strecke keine Möglichkeit gibt, …

„..im Falle einer wie auch immer gearteten Komplikation abzusteigen und sich auf eine geschützte Fläche zurückzuziehen…“

Auch die Steigung an den Tunnelenden wird als besondere Gefahrenlage angesehen. Demnächst darf man Fahrbahnen wohl nur noch auf dem platten Land beradeln…

Da ich diese Argumentation natürlich so nicht akzeptieren kann, habe ich mittlerweile meinen dritten Brief zum Thema verfasst: Brief vom 19.04.2012. Eigentlich sollte dieser Brief nicht so umfangreich werden wie der letzte, aber ich war gerade so gut im Thema …

Wenn meine Argumente immer noch zu keinem Umdenken führen, werde ich wohl als nächstes die Fachaufsicht der Bezirksregierung Köln bemühen müssen. Eine Klage käme auch noch in Betracht. Die Fachaufsicht kann hier zwar keine eigene Entscheidung treffen, wohl aber der Straßenverkehrsbehörde auf die Finger schauen. Die Fachaufsicht muss überprüfen und sicherstellen, ob alle gesetzlichen Vorgaben und Normen bei der Entscheidung beachtet wurden.

Na ja, warten wir erst einmal ab, wie das Amt für Strassen und Verkehrstechnik auf mein aktuelles Schreiben reagiert.

Der Einfachheit halber habe ich hier den gesamten Schriftverkehr nochmal verlinkt:

Nachtrag vom 04.06.2012:
Leider habe ich vom Amt für Strassen und Verkehrstechnik schon wieder eine negative Rückmeldung erhalten. Es wäre ja auch ein Wunder, wenn sich hier die Einstellung ändern würde. Ich habe das Gefühl, dass hier die Ansicht aus Radfahrersicht zwar zur Kenntnis genommen, aber nicht berücksichtigt wird. Es kommen plötzlich Argumente “auf den Tisch”, die meiner Ansicht nach vollkommen irrelevant sind. Eine explizite Feststellung der besonderen Gefahr wird auch nicht nachgewiesen.
Aber lest selbst:
Letzte Antwort des Amtes für Strassen und Verkehrstechnik vom 15.06.2012

Ich habe aber nun auch die Bezirksregierung Köln eingeschaltet. Mal sehen, ob es etwas hilft…

5 Kommentare zu “Sperrung für Radfahrer (Runde 3)”

  1. siggi
    April 20th, 2012 21:41
    1

    So wie hier werden Fahrradaktivisten schon seit Jahren beschäftigt
    Angebliche fahrradfreundliche Juristen versorgen die Radfahrerszene auch immer wieder fleissig mit Tips für Widerspruchsklagen u.s.w.. Nicht, dass man in der Radszene noch auf andere, fruchtbare Ideen kommt.
    Wenn Du irgendwann deine Sache hier, erfolgreich oder nicht, durchgezogen hast, hat diese “fahrradfreundliche” Stadt in aller Ruhe irgendwo anders schon wieder zehn neue illegale Radverkehrsanlagen installiert.

  2. Ralf
    April 21st, 2012 21:29
    2

    Ein Beispiel:
    Wenn man von der Ulrichgasse auf die Severinsbrücke abbiegt, hat man:
    - keinen Radweg
    - eine Steigung vergleich mit der am Ende vom Rheinufertunnel
    - eigentlich keinen Ausweichraum. Anfangs kurzer Tunnel, dann Ausweichraum, danach Beschleunigungsstreifen von rechts, später die Baustelle auf dem “Radweg” (ist ja kein Radweg mehr, wegen der Baustelle).

    Eine Auffahrt zum Radweg (der ja erst später anfängt bzw. um die Ecke gebogen kommt) ist nicht vorhanden. Also bleibt nur Bordstein hochfahren oder Strasse benutzen (imho legal, weil man den Radweg erst bei der nächsten möglichen Auffahrt benutzen muss).

    Ich weiss nur nicht, ob das so gut ist, gegenüber der Stadt zu erwähnen. Denn dann sperren die das evtl. auch noch.

  3. tobi
    April 22nd, 2012 20:47
    3

    Da hat noch die angedrohte Dienstaufsichtsbeschwerde und die Klageandrohung gefehlt… so bist du ja “nur” ein zahnloser Papiertiger.

  4. siggi
    Juli 29th, 2012 16:23
    4

    Besonders der Satz gefällt mir im letzten Antwortschreiben:

    “”"”"
    Da die Verbotsbeschilderung nach Zeichen 254 und 259 StVO
    zumindest für die Fahrtrichtung Süden seit der Tunneleröffnung Anfang der 1980er
    Jahre durchgehend vorhanden war, gibt es aber keinen erkennbaren Grund, das
    Bestehen einer solchen Anordnung auch für die Fahrtrichtung Norden in Zweifel zu
    ziehen.
    “”"”"

    Seit der Tunnelöffnung war die Fahrtrichtung Norden für den Radverkehr nicht gesperrt – PUNKT.
    Die Tatsche dass es in der ganzen Zeit keinen Unfall mit Radfahrern, oder das im Kölner Express heraufbeschworene Verkehrschaos gegeben hat, ist Beweis genug, dass man den Tunnel problemlos für Radfahrer weiterhin freigeben kann.

    Das es doch viele Radfahrer gab die durch den Tunnel fuhren beweist ja diese Diskussion hier ganz offensichtlich.
    Auch ich bin immer durch den Tunnel geradelt.

  5. Straßenverkehrsamt-Verzeichnis
    März 4th, 2013 10:40
    5

    Hm das ist wohl der Unterschied zwischen Verkehrsplanung auf dem Papier und der Praxis.

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